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ZWISCHENBERICHT - zeitgenössische Keramik Kreismuseum Heinsberg   

Ich begrüsse Sie sehr herzlich zur heutigen Ausstellungseröffnung im Kreismuseum Heinsberg. Ich freue mich sehr, Ihnen in diesem Museum eine Auswahl keramischer Arbeiten des Künstlers Dieter Eichelmann vorstellen zu können, der seit vielen Jahren durch zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland als Keramiker Anerkennung findet.

            Keramik als Ausdruck unserer Zeit. Mit diesen knappen Worten lassen sich die keramischen Objekte, Reliefs und Bilder aus gebranntem Ton von Dieter Eichelmann umfassen. Seit 1976 führt ihn seine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Materiel Ton Schritt für Schritt (natürlich mit kreativen Höhen und Tiefen) zu den Arbeiten die hier unter dem Titel ZWISCHENBERICHT ausgestellt sind. Der ... Ausstellungstitel kennzeichnet nicht nur Zurückliegendes und Gegenwärtiges, sondern ist zugleich auch ein Ausblick auf künftiges Schaffen.

Dieter Eichelmann nutzte während seines Architekturstudiums in Aachen die Möglichkeit bei Prof. Toballa Bildhauer-Seminare zu belegen und vertiefte auch in den darauffolgenden Jahren immer wieder  bei mehreren Keramikern seine bildhauerischen Fähigkeiten, da er "seinen Werkstoff" im Ton gefunden hatte.
Gerade in den 70er Jahren, als Dieter Eichelmann seine künstlerische Tätigkeit begann, war wie in keinem anderen Materialbreich der traditionlle handwerkliche Einfluss auf Ausbildung und Gestaltung so stark wie in der Keramik. Gefäss und keramisches Objekt wurden im Gegensatz zwischen Tradition und indifferenter freier Gestaltung missverstanden. Dieter Eichelmann konnte sich jedoch gerade durch seinen Werdegang über die Bildhauerei hin zur Keramik von diesen Einflüssen lösen und sich ganz dem freien Objekt zuwenden.

Die Objekte von Dieter Eichelmannn entstehen nicht auf der Töpferscheibe, sie sind nicht funktional. Dieter Eichelmann nutzt das Matrial Ton als Ausdrucksform, als individuelles Instrument seiner Gedanken. Spezielle, d.h. traditionelle keramische Formgebungsverfahren und Glasurtechniken (die er meisterlich beherrscht) sind für ihn zur Umsetzung seiner künstlerischen Ideen nicht vorrangig. Er liebt das Experiment mit dem Werkstoff Ton. Durch Schichtungen, Spaltungen, Montagen, Positiv- und Negativformen, durch den Wechsel von rauhen und glatten Oberflächen, durch die Kombination mit anderen Materielien vor und  nach dem Brand sowie durch die abschliessende Farbgebung mit Glasur und (ebenfalls unkonventioneller) Bemalung entdeckt er stets neue Gestaltungsmöglichkeiten. Sie dienen ihm als Mittel zum Zweck Gesehenes und Erlebtes umzusetzen, mit dem alleinigen Bestreben seine subjektiven Erfahrungen dem Betrachter mitzuteilen, ihn herauszufordern und zur Auseinandersetzung anzuregen.

Dr. Rita Müllejans-Dickmann, Kreismuseum Heinsberg